AK-Test: Gefährliche Gummistiefel?

Die Arbeiterkammer Burgenland hat Gummistiefel genauer unter die Lupe genommen und sie auf Schadstoffe testen lassen. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der untersuchten Gummistiefel enthält gesundheitsschädigende Kunststoffweichmacher.

Die Arbeiterkammer hat den Gummistiefel-Test gemeinsam mit dem Umweltbundesamt durchgeführt. 20 Stiefel - gekauft bei Handelsketten und Baumärkten in Eisenstadt, Neusiedl am See sowie in Wien und Niederösterreich - wurden getestet. Dabei suchten die Chemiker des Umweltbundesamtes nach den krebserregenden PAK-Stoffen und nach Phthalaten - das sind Kunststoffweichmacher, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Acht Stiefel „nicht zufriedenstellend“

Das Ergebnis: PAK wurden keine gefunden, allerdings Weichmacher und das zum Teil in hoher Konzentration, sagte AK-Konsumentenschützerin Eva Schreiber: "Die schlechte Nachricht ist, dass von den 20 Paar Gummistiefeln gleich neun zum Großteil massiv mit gesundheitsschädlichen Weichmachern belastet waren. Acht Produkte von diesen neun weisen so hohe Phtalat-Konzentrationen auf, dass sie mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilt worden sind.

Vorsicht bei stechendem Geruch

Der Preis der Gummistiefel sage dabei nichts aus, so Schreiber, denn die Weichmacher wurden auch in teuren Stiefeln gefunden. Hingegen gab es im billigsten Produkt, einem Kinderstiefel um drei Euro, keine Schadstoffe. Auch ein Innenfutter schützt nicht vor den schädlichen Phthalaten, weil sich diese im Futter absetzen. Es gebe aber für den Konsumenten keinen sicheren Hinweis, ob ein Produkt mit Schadstoffen belastet ist oder nicht, so Schreiber. Aber: „Generell geben wir nur wieder die Empfehlung, wenn ein Produkt intensiv riecht, stechend riecht, scharf riecht, dann sollte man es lieber im Regal lassen.“

Von den Handelsketten, deren Produkte beanstandet wurden, haben nur drei Maßnahmen zugesagt, sagte Schreiber. Sie fordert, dass die Unternehmer ihre Lieferanten in die Pflicht nehmen sollten.

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