Immobilien-Pleite vor Gericht

Um die Pleite einer Immobilien-Firma im Südburgenland mit strafrechtlichen Folgen geht es bei einem Prozess in Eisenstadt, der am Montag begonnen hat. Angeklagt sind der ehemalige Firmenchef und drei weitere Personen. Bis Freitag wird verhandelt.

Dreieinhalb Jahre wurde ermittelt, die Akten haben 12.000 Seiten, insgesamt waren 82 Personen involviert, einige wurden bereits verurteilt, einige Verfahren wurden eingestellt. In Eisenstadt stehen jetzt der ehemalige Geschäftsführer der Immobilienfirma und als Mitangeklagte seine frühere Freundin, ein Ex-Sparkassen-Mitarbeiter und ein Bauunternehmer vor Gericht. Sie bekennen sich nicht schuldig.

Untreue und betrügerische Krida

Der Fall ist sperrig und komplex. Es geht um Untreue, betrügerische Krida und um Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Auch die Steiermärkische Sparkasse soll durch Kreditvergaben geschädigt worden sein. Kunden der Immobilen-Firma, die Grundstücke kaufen wollten, hätten dort über den damaligen Bankmitarbeiter zu leicht Kredite bekommen, so der Vorwurf, den die Verteidigung zurückweist.

Vorwurf: Zu viel Privatgeld für Geschäftsführer

Die Immobilienfirma, die ursprünglich Millionen Umsätze machte, ging pleite. Der Geschäftsführer soll zu viel Privatgeld entnommen haben. In der Anklage ist - als Hinweis für aufwendigen Lebensstil - von einem Hausbau um 1,3 Millionen Euro die Rede, geplant gewesen sei ein Hubschrauberlandeplatz und eine Garage für 15 Autos. Das Objekt hätte die Geschäftszentrale werden sollen, sagte die Anwältin des Geschäftsführers: „Der Angeklagte hat definitiv keinen erhöhten Lebenswandel geführt“.

Etliche Zeugen werden befragt, bis Freitag wird verhandelt. Ob es dann auch die Urteile gibt, ist offen.