Tödlicher Leichtsinn: Bei Rot über Gleise

Bei Rot noch schnell über einen Bahnübergang zu fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Spiel mit dem Leben. In Eisenstadt läuft ein Pilotprojekt, bei dem alle Fahrzeuge, die bei Rot in die Eisenbahnkreuzung einfahren, fotografiert werden.

Anfang Mai wurden zwei Kameras beim Bahnübergang bei der S31-Abfahrt Eisenstadt Ost montiert - nach einem Probebetrieb wird seit Juni gestraft. Die Kameras schießen Fotos von allen Fahrzeugen die bei Rotlicht in die Bahnkreuzung einfahren. Exakt 121 Übertretungen wurden registriert - darunter Lkw-Wohnmobile und auch Motorräder.

Foto eines Fahrzeuges, dass bei Rot noch über den Bahnübergang fährt

ORF

Foto eines Verkehrssünders auf dem Bahnübergang

„Keiner ist stehen geblieben“

Die Fotos geben aber noch weitere Aufschlüsse, sagte Andreas Stipsits von Landesverkehrsabteilung: „Es ist keiner vorher stehen geblieben und hat geschaut, ob ein Zug kommt, sondern die sind in einem Zug drübergefahren. Und wir haben festgestellt, dass manche nach drei bis fünf Sekunden auch noch rübergefahren sind. Und man muss bedenken, wir haben zuvor vier Sekunden das gelbe Licht, dass das rote Licht ankündigen soll und wenn man dann drei Sekunden noch dazu zählt, weiß man, dass die Autofahrer sehr gefährlich unterwegs sind in diesen Bereichen.“

Vormerkung und Geldstrafe

Pro Monat gibt es 30 bis 40 Anzeigen. Die Strafe für das Überqueren von Bahnkreuzungen bei Rotlicht liegt bei 100 Euro. Die Lenker bekommen dazu auch noch eine Vormerkung im Führerscheinregister - bei drei Vormerkdelikten innerhalb von zwei Jahren ist der Führerschein dann weg. Erst am vergangenen Freitag ereignete sich beim Bahnübergang Schützen am Gebirge ein schwerer Verkehrsunfall - mehr dazu in Auto gegen Zug: Mann verletzt und Nach Unfall: Pkw-Lenker in stabilem Zustand.