Politiker informieren über Agrarförderungen

Ein Großaufgebot der heimischen Agrarpolitiker ist am Freitag im Burgenland angetreten, um die Bauern über den aktuellen Verhandlungsstand für das neue Regionalmodell der Agrarförderungen, wie es die gemeinsame Agrarpolitik der EU ab 2014 vorsieht, zu informieren.

Die Verhandlungen über die neue gemeinsame Agrarpolitik der EU gehen in die heiße Phase. Bisher bekommen die Bauern Direktzahlungen, die auf ihren historischen Erträgen beruhen. Ab 2014 soll auf ein Regionalmodell umgestellt werden, auf das man sich jetzt in Österreich grundsätzlich geeinigt hat: Österreich gilt als eine Region, Ackerland und Grünland haben den gleichen Prämiensatz, extensives Grünland wie Almen und Streuwiesen hat einen Prämiensatz von 25 Prozent. Bis 2019 gibt es Übergangsfristen.

Keine Kürzungen akzeptieren

Wie hoch die Prämien sind, hänge vom EU-Budget ab, dass mit Jahresende beschlossen werde, erklärte Agrarminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. „Es darf keine weiteren Kürzungen bei den Bauerngeldern geben, weil wir sonst eine ökologisierte nachhaltige Landwirtschaft nicht mehr weiterführen können.“

Agrarpolitiker

ÖVP

Pressekonferenz

Es geht auch um Arbeitsplätze

Bauernbund-Präsident Jakob Auer erinnerte daran, dass es auch um Tausende Arbeitsplätze gehe: „Es wird zu wenig berücksichtigt, dass 530.000 Beschäftigte direkt oder indirekt in Zusammenhang mit der Landwirtschaft zu bringen sind.“

Keine Teuerungen durch E10

Beim Thema Agrotreibstoff E10, dessen Einführung in Österreich heftig umstritten ist, sind sich die Agrarvertreter einig: E10 sei eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz. Nicht die Getreideproduktion für Ethanol heize die Nahrungsmittelpreise an, sondern Spekulanten an der Börse. Außerdem verwende man derzeit für die Ethanol-Produktion in Österreich nur zirka sechs Prozent des Getreideaufkommens, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger. Netto sei das noch weniger, weil als Nebenprodukt Futtermittel entstehe.

Ob E10 in Österreich jetzt im Herbst wirklich eingeführt wird, hänge von der Entscheidung des Koalitionspartners SPÖ ab, wiederholte Berlakovich am Freitag - mehr dazu in E10: Kein Ende der Diskussion.