„Kassandra lebt“ in Müllendorf
Einmal im Jahr gibt es eine Gemeinschaftsausstellung bei Ilse Hirschmann in Müllendorf. Diesmal haben sich die Künstlerinnen mit einer mythologischen Figur beschäftigt, der griechischen Seherin Kassandra. „Die prophezeihende Kassandra, die das Geschenk gehabt hat, in die Zukunft zu schauen, hatte das Unglück, dass ihr niemand geglaubt hat“, sagt Ilse Hirschmann.
Verschiedene Zugänge
Kassandra wird zum Ansatzpunkt für verschiedenste Zugänge. Eva Meloun zeigt Kassandra als blinde Seherin mit herausgekratzten Augen. Der jordanische Maler Abd A. Masoud beschäftigt sich mit den Symbolen der Astrologie. Und die Holländerin Eef Zipper mit der antiken Linear-B-Schrift und dem trojanischen Krieg.
Die Frauenfigur rückt Anna Tinhof-Zapletal in zarten Radierungen in den Mittelpunkt. Und die Keramikerin Gudrun Kainz hat Kassandra ein weißes Kleid genäht - aus kleinen keramischen Plättchen, verwebt mit Kupferdraht, frei in der hohen, alten Scheune hängend.
Bezug zum Heute
Der Bezug zum Heute ist allen Künstlerinnen wichtig. Denn Warnungen, etwa zur Umweltverschmutzung oder zu sozialen Fragen, werden auch heute oft nicht gehört, sagt Künstlerin Eva Meloun. „Und ich glaube, dass das wirklich ein Thema ist, das uns alle angeht - und zwar jeden einzelnen. Jeder einzelne ist für das veranwortlich, was weiter geschieht.“
Vernissage am Samstag
Die Ausstellung „Kassandra lebt“ wird am Samstag, dem 25. August, um 18.00 Uhr in der ‚werkstätte für kunst im leben‘ in der Fabrikstraße 8 in Müllendorf eröffnet. Die Ausstellung ist bis 8. September zu sehen.
Publiziert am 25.08.2012

