Offiziell: Mehr als 100.000 Beschäftigte
Heute ist das Erreichen dieses Zieles mit einer hochrangig besetzten Pressekonferenz gefeiert worden. Genau 101.078 Dienstverhältnisse gab es im Burgenland Ende Juli 2012, darin eingerechnet sind zwar auch Teilzeitjobs, nicht jedoch geringfügig Beschäftigte. Für Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) ist damit ein Meilenstein, der für 2013 angepeilt war, erreicht.
„Wir konnten trotz der Wirtschaftskrise dieses Ziel praktisch ein Jahr früher erreichen. Das ist natürlich eine Top-Leistung, das ist ein großartiger Erfolg“, so Niessl.

ORF
Schreiner, Niessl, Steindl, Nemeth
Steindl: Grenzenloses Europa entscheidend
Für Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) war dieses Ziel nur im Rahmen eines grenzenlosen Europa erreichbar. „Wenn man sich die Wirtschaftskennzahlen anschaut, dann hat sich zum Beispiel der Export seit 1995 mehr als verdoppelt. 1995 waren es rund 763 Millionen Euro, 2010 waren es bereits 1,7 Milliarden Euro“, so Steindl.
19.000 Ausländer
Von den 101.000 Beschäftigten sind rund 19.000 Ausländer, sagt Arbeiterkammerpräsident Alfred Schreiner auf Nachfrage. Da die Arbeitslosigkeit seit eineinhalb Jahren insbesondere bei über 50-Jährigen ansteige, seien Gegenmaßnahmen notwendig, erklärt Schreiner. „Wo zum Beispiel durch ein Bonus-Malus-System diejenigen, die überdurchschnittliche viele ältere Arbeitnehmer beschäftigen, belohnt werden und die diejenigen, die glauben nur mit Jungen durchzukommen, bezahlen müssen“, so Schreiner.
Nemeth für Entlastung von Älteren
Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth erteilt diesem Modell eine Absage und verlangt ganz andere Maßnahmen."Ein Entlasten von älteren Arbeitnehmern von Abgaben und Steuern, damit sie eben ihre Erfahrung in Unternehmen sorgenfrei weitergeben können und damit sie nicht in die Gefahr kommen, entlassen zu werden", so Nemeth.
Bester Wert aller Bundesländer
Seit 1970 hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Burgenland mehr als verdoppelt, das ist der mit Abstand beste Wert aller Bundesländer. Die Juli-Werte haben sich seit 1950 sogar mehr als verdreifacht. Traditionell ist der Juli aber der Monat mit den meisten Beschäftigten. Im Jahresschnitt ist die Marke von 100.000 Dienstverhältnissen noch nicht erreicht: Im Vorjahr waren es im Burgenland im Jahresschnitt 94.276 - mehr dazu in Erstmals über 100.000 Beschäftigte.
Kritik von der FPÖ
Kritik an der Entwicklung auf dem burgenländischen Arbeitsmarkt kommt von den Freiheitlichen. Inländer würden vom Anstieg der Beschäftigung nicht profitieren, sagt FPÖ-Obmann Johann Tschürtz. Solange die Grenzen offen seien, seien heimische Arbeitnehmer so gut wie chancenlos, so Tschürtz.
Publiziert am 16.08.2012

