Nach Olympia: Sind Sportler zu schwach?

Keine Medaille bei Olympia - ein Thema, das nach den olympischen Spielen weiterhin heiß diskutiert wird - auch im Burgenland. Waren unsere Sportler im entscheidenden Moment einfach zu schwach? Oder liegt es möglicherweise doch am System - konkret an den Sportförderungen?

Burgenlands Sportler könnten erfolgreicher sein, davon sind viele Experten überzeugt. Aber nur dann, wenn das Fördersystem grundlegend reformiert wird.

Hohes sportliches Potential im Burgenland

Das sportliche Potential wäre vorhanden - das zeigt etwa die Erfolgsbilanz im Jahr 2011: In dem Jahr haben alle burgenländischen Sportler insgesamt fast 580 Medaillen geholt, 38 davon bei Europa- oder Weltmeisterschaften.

Doch es wäre mehr drin, sagt etwa Rolf Meixner, Trainer des Laufteam Burgenland Eisenstadt. Sein Schützling, Raphael Pallitsch, hat das Olympialimit heuer nur ganz knapp verpasst. Er nennt mehrere Probleme im derzeitigen Sport-Fördersystem - eines davon ist das Geld.

Problem beginnt früh

Doch das Problem beginnt schon in der Schule - teilweise nur eine Turnstunde pro Woche, sei in jeder Hinsicht zu wenig. „Ich würde mir jetzt wünschen, dass man in eine andere Richtung geht und wieder auf zwei oder drei Turnstunden pro Woche kommt“, sagt Landesschulratspräsident Gerhard Resch.

Zu wenig Fördergelder, zu wenig Infrastruktur

„Ein Vergleichsbeispiel: Beate Schrott, die als erste Österreicherin seit 64 Jahren bei den Damen in ein olympisches Finale beim 100-Meter-Hürden-Sprint gekommen ist, bekommt weniger an öffentlichen Förderungen, als jeder bezahlte Funktionär eines Dach- oder Fachverbandes. Und sie ist Nummer acht der ganzen Welt bei den olympischen Spielen geworden. Davon muss sie alles decken - ihre Lebenskosten und alle Trainingslager“, erklärt Meixner.

Die Höhe und die Verteilung der Fördergelder sind also laut Meixner ein großes Problem. Grundsätzlich müssten Spitzensportler mindestens fünf bis sieben Mal mehr Geld bekommen als bisher. „Wenn man einen Spitzen-Athleten hat, der eine Olympiamedaille gewinnen soll, dann braucht man ein Budget,das zwischen 20.000 und 35.000 Euro pro Jahr liegt. Damit er davon leben und seine Unkosten finanzieren kann“, sagt Meixner. Beate Schrott hingegen bekommt pro Jahr nur etwa 8.000 Euro. Außerdem brauche es auch eine entsprechende Infrastruktur, so Meixner. Denn die sei kaum vorhanden.

500.000 Euro pro Jahr vom Land

Meixner erwähnt auch die mangelnde Förderung von Trainern. Das Land Burgenland fördert den Spitzensport übrigens mit 500.000 Euro im Jahr und unterstützt mit mehr als 2,5 Millionen Euro zirka 1.800 Sportvereine. Dazu kommen die Förderungen, die über die Lotto/Toto-Einnahmen den Verbänden wie ASKÖ, ASVÖ oder Sportunion und letztlich den Vereinen zugute kommen.

„Viele Fehler passiert“

„Dass wir in den Sommersportarten so schlecht abschneiden, rührt von einer jahrelangen Entwicklung her. Da sind viele Fehler in der Vergangenheit passiert“, sagt Robert Zsifkovits Präsident des ASVÖ.

Es hängt von den Verbänden ab, ab wann ein Sportler gefördert wird. „Es ist wichtig, dass wir unsere Sportler so weit bringen, dass sie in den nationalen Kader kommen“, so Zsifkovits.

„Reform dringend nötig“

„Ich glaube, dass eine Reform dringend notwendig ist. Wie man das macht, sollte im Dialog zwischen den Fördergebern und Fördernehmern beschlossen werden“, sagt Zsifkovits.