AktivPark Güssing: Aus für 37 Jobs

Die Hotel- und Sportanlage AktivPark Güssing steht vor der Schließung. 37 Mitarbeitern droht die Kündigung. Der Grund: Seit mehreren Jahren scheitert der geplante Ausbau immer wieder. Das bestehende Hotel ist aber zu klein und daher unrentabel.

Es sind mittlerweile sage und schreibe neun Jahre, dass der Ausbau immer wieder verschoben wird - mehr dazu in AktivPark: Noch immer kein O.K. für Ausbau. Seit 2003 will der Eigentümer des AktivParks, der Wiener Immobilienkonzern WSF, die Anlage ausbauen. Unter anderem sind ein Fünf-Sterne-Hotel, ein Golfplatz und eine Wohnanlage geplant. Investitionssumme: rund 120 Millionen Euro.

37 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet

Das Projekt stockte immer wieder. Hürden wie die Umweltverträglichkeitsprüfung wurden erst nach langem Hin und Her genommen. Jetzt verlieren die Betreiber die Geduld. Die bestehende Anlage, ein Drei-Sterne-Hotel mit nur 30 Betten, sei unrentabel, sagt Geschäftsführer Alexander Fuchs-Robetin. Er hat die 37 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet.

„Uns wurden laufend Hürden administrativer Natur in den Weg gelegt. Das Projekt kommt nicht vom Fleck. und da ist jetzt der Moment gekommen, wo die Investoren uns gesagt haben ‚Jetzt reichts‘",“, so Fuchs-Robetin.

Betreiber hoffen auf Politiker

In den kommenden vier Wochen wollen die Betreiber klare Signale seitens der Gemeinde- und Landespolitiker, dass das Erweiterungsprojekt gewünscht ist und umgesetzt werden kann. Andernfalls sei das Projekt endgültig vom Tisch. Die 37 AktivPark-Mitarbeiter würden Ende September ihre Jobs verlieren.

Das Land müsse Farbe bekennen, die Förderzusage verlängern und grünes Licht seitens der Raumplanung geben. Handlungsbedarf sieht Alexander Fuchs-Robetin aber auch für die Gemeindepolitiker.

„Es müssen endlich auch die entsprechenden Beschlüsse auf Gemeindeseite fallen, sprich, der Umwidmungsantrag, der schon lang - eineinhalb Jahre - auf dem Tisch liegt, beschlossen werden“, so Fuchs-Robetin.

Bürgermeister nicht erreichbar

SPÖ-Vizebürgermeister Vinzenz Knor fordert in einer Aussendung, ÖVP-Bürgermeister Peter Vadasz müsse endlich handeln. Die Schließung des AktivParks wäre ein Wahnsinn, Güssing brauche die Erweiterung des Hotels. Bürgermeister Vadasz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kritik von Umweltanwalt Frühstück

In dieser Causa meldet sich jetzt der Umweltanwalt Hermann Frühstück zu Wort. Für die Verzögerungen bei den Grundstücksumwidmungen und dem geplanten Ausbau der Anlage seien die Betreiber verantwortlich, weil sie schlechte bis nicht brauchbare Projektunterlagen vorgelegt hätten.

Dadurch sei es den Genehmigungsbehörden schwer gemacht worden, ein zeitgerechtes und ordnungsgemäßes Verfahren durchzuführen, so der Umweltanwalt.

Trotzdem sei es durch großes Bemühen und Entgegenkommen durch die zuständigen Behörden und die burgenländische Landesumweltanwaltschaft gelungen, dem Golfplatz eine Genehmigung zu erteilen.