Jüdische Spuren in Mattersburg

Vier Jahrhunderte lang haben Juden im Raum Mattersburg gelebt - bis 1938. Heute gibt es nur noch wenige Spuren, die auf die Existenz von Juden in Mattersburg deuten. Eine Historikerin hat sich mit den jüdischen Spuren in Mattersburg auseinandergesetzt.

In ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat sich die Historikerin Gertraud Tometich auf die Spuren des jüdischen Lebens in Mattersburg begeben. Die Mattersburger Juden waren Gemischtwarenhändler, Schuster, Bäcker oder Fleischhauer.

Und sie hatten kaum Angst vor dem Nationalsozialismus, denn sie fühlten sich integriert und als Burgenländer, erzählt Historikerin Gertraud Tometich. „Bis zum Krieg 1938 waren dann noch ungefähr 530 Juden hier wohnhaft oder zumindest gemeldet“, so Tometich.

Spurensuche in Mattersburg

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Synagoge und Textilgeschäft

Spurensuche in Mattersburg

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Gemischtwarenhändler

Spaziergang mit Spurensuche

Bei einem Spaziergang durch die Stadt zeigte die Historikerin die Spuren jüdischen Lebens in Mattersburg. Die Spurensuche führte entlang der Wulka zum früheren Ghetto. An die Synagoge erinnert nur noch ein Gedenkstein, fast versteckt und abseits.

„Auch die Inschrift stimmt nicht, denn die Synagoge wurde zwar geplündert, aber zerstört wurde sie erst 1940, als die ganze Seite dieses jüdischen Viertels gesprengt wurde.“

Spurensuche in Mattersburg

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Gedenkstein

Zeitzeugen befragt

Bei ihren Recherchen wurde die Historikerin Tometich nicht nur in den Archiven fündig, sondern hat auch Zeitzeugen befragt. „Mein Vater hat bei einem jüdischen Damen- und Herrenschneider gelernt. Er hat uns viel erzählt von den Bräuchen und wie sie gelebt haben. Er hat uns auch erzählt, wie sie verhaftet, abgeführt und geschlagen wurden - das war sehr arg“, erzählt Heinrich Mitterhöfer aus Forchtenstein.

Zwei Häuser sind erhalten

Die Spuren jüdischen Lebens in Mattersburg sind nicht mehr sehr deutlich. Aber zwei jüdische Häuser sind noch erhalten. Eines davon steht in der Michael Koch Straße 41 - damals war es die Buchdruckerei der Familie Kohn.