85 Jahre „Schattendorfer Prozess“

Heute vor 85 Jahren fiel das Urteil im sogenannten „Schattendorfer Prozess“. Dabei wurden die drei Angeklagten, obwohl sich die schuldig bekannt hatten, freigesprochen.

Ende der 1920er Jahre war in Österreich die Zeit, in der sich paramilitärische Verbände bekriegten. Die drei Männer, Mitglieder der Frontkämpfer, eröffneten am 30. Jänner 1927 in Schattendorf (Bezirk Mattersburg) aus einem Gasthaus heraus das Feuer auf eine Versammlung des Republikanischen Schutzbundes - mehr dazu in Vor 85 Jahren: Schüsse in Schattendorf.

Freispruch um Juli 1927

Dabei wurden ein achtjähriges Kind und ein kriegsinvalider Hilfsarbeiter getötet, fünf weitere Menschen verletzt. Am Tag des Begräbnisse im Februar 1927 kam es zum Generalstreik. Nach nur neun Tagen wurden die Todesschützen im Juli freigesprochen und das, obwohl sie zugaben die Schüsse abgefeuert zu haben.

Massenproteste und Justizpalastbrand

Die Freisprüche lösten Massenproteste aus. Im Zuge der Auseinandersetzungen nach dem Urteil kamen fast 100 Menschen bei der sogenannten Julirevolte ums Leben, der Justizpalast brannte.

Prozess wird heute nachgestellt

Im Landesgericht in Wien wird der Prozess heute im Rahmen der Ausstellung „Die Geschichte des Grauen Hauses“ nachgestellt. Dabei gibt es zuerst eine historische Einführung und danach eine Nachstellung des Prozesses im Großen Schwurgerichtssaal.