Flüssige Gefahr: K.o.-Tropfen
Die flüssige Droge wirkt betäubend und soll das Opfer - meist sind es junge Frauen - locker und gefügig machen. Bei geringer Dosis tritt ein Gefühl der Entspannung ein. Bei sehr hoher Menge fällt das Opfer in eine tiefe Bewusstlosigkeit, es setzt die Atmung aus. In Kombination mit Alkohol oder Medikamenten führt eine Überdosis zum Tod.
Angriff mit K.o.-Tropfen auf Dorffest
Eine junge Burgenländerin wurde vor zwei Wochen auf einem Dorffest Opfer von K.o.-Tropfen. Die Drogen wurden ihr in ein Getränk getropft. Danach hat sie das Bewusstsein verloren. Ihre Atmung setzte aus, sie wurde in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Nach vier Tagen Intensivstation geht es der Frau heute wieder gut.
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Heimliche Beigabe
K.o.-Tropfen werden meist unbemerkt in Getränke gemischt. Raub und Vergewaltigung sind die häufigsten Delikte, für die Liquid Ecstasy verwendet wird, sagte Robert Bauer von der Kriminalpolizei im Burgenland. Er schätzt, dass es im Jahr drei bis vier Delikte dieser Art im Burgenland gibt. Doch da die Tropfen nur schwer und auch nur eine kurze Zeit lang im Blut nachgewiesen werden können, sei es noch zu keinen Verurteilungen gekommen.
Gefährlich, weil unbemerkt
Die Tropfen haben keinen Eigengeschmack, sind geruchs- und farblos. Besteht der Verdacht, dass jemand Opfer von K.o.-Mitteln geworden ist, sollte sofort ein Arzt eine Blutprobe entnehmen, heißt es von der Polizei. Das Opfer sollte außerdem unbedingt Anzeige erstatten. Angelika Gossmann von der Frauenberatungsstelle Mona-Net rät, die Getränke immer im Auge zu behalten und nie alleine wegzugehen.
Keine Anzeige im Burgenland.
Im Burgenland wurde im Vorjahr kein einziger Fall angezeigt. Österreichweit wurden auch nur knapp 90 Fälle registriert. Die Dunkelziffer sei laut Experten demnach extrem hoch.
Publiziert am 07.07.2012

