Polizeifunk Thema im U-Ausschuss

Die Einführung des digitalen Polizeifunksystems „TETRON“ ist heute Thema im Korruptionsuntersuchungsausschuss. Die Geschichte des Systems hat ihre Anfänge indirekt im Burgenland. Außerdem taucht dabei einmal mehr der Name Alfons Mensdorff-Pouilly auf.

Warum hat Alfons Mensdorff-Pouilly insgesamt 3,7 Millionen Euro von den Firmen Motorola und der Telekom-Austria erhalten? Beide Firmen hatten sich 2003 in einem Bieter-Konsortium für die Errichtung des TETRON-Funksystems beworben und schließlich den Zuschlag erhalten. Dazu kommt, dass der stellvertretende Leiter der Projektgruppe Polizeifunk aus Luising stammt. Familienmitglieder von ihm sollen im Dienst des örtlichen Gutsherrn Mensdorff-Pouilly tätig gewesen sein - eine zumindest unglückliche Optik.

Wechselvolle Geschichte

Aufregung über die geplante Einführung des Polizeifunks TETRON gab es aber schon vor neun Jahren: Denn die Idee eines modernen digitalen Funknetzes war damals nicht neu - das Burgenland hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein System eingeführt, nämlich das System TETRA - eine burgenländische Entwicklung, die im Jahr 2000 bereits vom Roten Kreuz und später 2001 sogar bei der Ski-WM in Sankt Anton erfolgreich getestet wurde.

Später folgte ein neuer Anlauf, ein österreichweites Funksystem einzuführen - unter dem Namen ADONIS, das eigentlich 2005 in Betrieb hätte gehen sollen. Doch der ehemalige Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) hatte das Projekt 2003 gestoppt und neu ausgeschrieben - und daraus ist dann das Polizei-Funksystem TETRON als Sieger hervor gegangen.

In drei Bundesländern bereits eingeführt

Das System ist bereits in drei Bundesländern eingeführt - Salzburg hat das Projekt mittlerweile auf Eis gelegt, und auch das Burgenland will die Ermittlungen abwarten - mehr dazu in Blaulichtfunk: Burgenland wartet noch ab. Das Thema Blaulichtfunkt könnte im Untersuchungsausschuss bereits im Juni abgeschlossen sein.