LRH-Direktor: Kandidaten präsentiert
Nach dem Assessment-Center - durchgeführt vom Personalbüro „Arther Hunt“ - gebe es nun ein Spitzen-Trio, dass aus den insgesamt sechs Bewerbern herausgestochen sei, sagte Landtagspräsident Gerhard Steier - mehr dazu in Suche nach LRH-Direktor geht ins Finale. Ein Ranking verriet er nicht, er nannte nur die drei Namen in alphabetischer Reihenfolge: der Unternehmensberater Ronald Gangol, Verwaltungsjuristin Birgit Martinek und Andreas Mihalits, der vor einiger Zeit auch im Büro von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) gearbeitet hatte und jetzt im Bundesrechnungshof beschäftigt ist.
Anhörung am 4. Juni
Man habe heute allen Mitgliedern des Landeskontrollausschusses das Assessment-Center-Verfahren zur Mitteilung gebracht, so Steier. Am 4. Juni finde dann die Anhörung jedes einzelnen Kandidaten vor dem Landeskontrollausschuss statt. Jacques Andre Mertzanopoulis vom Personalbüro betonte die Objektivität im Auswahlverfahren. Es habe keinerlei Interventionen gegeben. Am 28. Juni soll der oder die neue Landesrechungshofdirektor/in in einer Landtagssitzung vorgestellt werden. Bei gleicher Qualifikation, müsse allerdings eine Frau berücksichtigt werden, sagte Landtagspräsident Steier.
Tschürtz unzufrieden mit Namensnennung
Der Obmann des Landeskontrollausschusses, FPÖ-Klubobmann Johann Tschürtz, war über die heutige Präsentation wenig erfreut. Es sei anderes ausgemacht gewesen. Es könne nicht sein, dass man heute die besten drei präsentiere und sich die nächsten drei dann vielleicht gar nicht mehr zum Hearing melden. Daher habe man ursprünglich extra vereinbart, keine Namen zu nennen, damit alle die gleiche Chance haben, so Tschürtz.
„Geschobene Partie“
Auch der stellvertrende Vorsitzende des Landeskontrollausschusses, der Landtagsabgeordnete der Grünen, Michel Reimon, kritisierte die Vorgehensweise: „Das gesamte Bewerbungsverfahren erweckt den Eindruck einer geschobenen Partie und muss meiner Meinung nach abgebrochen werden und mit einer offenen Ausschreibung wiederholt werden.“
Tschürtz will außerdem die Landeskontrollausschuss-Sitzing blockieren, falls der Ausschuss dagegen sei, dass Franz Katzmann als Experte beim Hearing zugezogen wird. Steier meinte dazu, dass die Sitzung bereits einberufen sei und nicht mehr abgesagt werden könne. In der Sitzung könne Tschürtz darüber abstimmen lassen, ob Katzmann zugezogen werden kann oder nicht.
Spätestens am 28. Juni soll nach derzeitigem Plan der neue Landesrechungshofdirektor feststehen und in einer Landtagssitzung vorgestellt werden.
Publiziert am 30.05.2012

