Immer mehr Flüchtlinge aufgegriffen
Erst am Freitag sind bei Parndorf zwölf illegale Grenzgänger aufgegriffen worden. Die Polizei brachte sie in die Grenzbezirksstelle Neusiedl am See. Dort werden Flüchtlinge zuerst einmal verpflegt und bekommen falls notwendig medizinische Betreuung. Die erste Herausforderung für die Polizisten sei es immer, die Muttersprache der Flüchtlinge zu erfragen, damit Dolmetscher angefordert werden können, sagte der Kommandant der Polizeiinspektion Kittsee, Wolfgang Ritter.
Vier Stunden pro Person
Erst mit den Dolmetschern beginne dann die Befragung, erklärt Ritter. Wenn das Wort „Asyl“ einmal falle, beginne die Absprache mit der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl und der Erstaufnahmestelle Ost und im Asylverfahren werde die Erstbefragung durchgeführt. Im Schengen-System müssten einige Speicherungen gemacht werden, die Person werde überprüft. Dafür brauche man pro Person drei bis vier Stunden, so Ritter.
Heuer rund 500 Aufgriffe im Bezirk Neusiedl
Die meisten Flüchtlinge kommen über Griechenland, den Balkan und Ungarn nach Österreich. Seit einigen Monaten gibt es einen starken Anstieg bei den Aufgriffen, sagte der Bezirkshauptmann von Neusiedl am See, Martin Huber. Bis 2010 habe man um die 400 illegale Grenzgänger pro Jahr gehabt, im Vorjahr waren es 670 und heuer zähle man schon rund 500 illegale Grenzgänger. Die meisten kommen aus Afghanistan und Pakistan. In der Grenzbezirksstelle Neusiedl bleiben die Flüchtlinge maximal 48 Stunden. Dann kommen sie nach Traiskirchen und dort beginnt dann das Asylverfahren.
Publiziert am 26.05.2012

