Betroffene nach Drama nicht allein lassen

Ein Vater der in der Volksschule auf seinen eigenen Sohn schießt - wie sollen die Betroffenen mit so einer unfassbaren Tat leben? Es sei wichtig die Angehörigen nicht alleine zu lassen, erklärt der Leiter der Krisenintervention Burgenland Peter Stippl.

„Schnelle erste Hilfe für die Seele“ - mit diesen Worten beschreibt Stippl die Aufgabe der Mitarbeiter der Krisenintervention. Sie werden zur Hilfe gerufen, wenn ein Katastrophe oder eine Bluttat wie heute in Niederösterreich, die Welt der Angehörigen aus den Angeln hebt - mehr dazu in Volksschule: Vater schießt auf Sohn.

Kinder braucht vertrauenswürdige Person

Es gehe darum, wie man Angehörigen die schockierende Nachricht beibringe, so Stippl. Es sei wichtig, sie damit nicht alleine zu lassen. Bei dem Familiendrama in Niederösterreich schoss der Vater vor den Augen seiner siebenjährigen Tochter auf den achtjährigen Sohn. Es sei möglich, dass ein Kind alles verdränge, so Stippl. Das müsse man dann auch akzeptieren, aber man müsse beim Kind bleiben und herausfinden, zu welcher Person es Vertrauen hat. Dieser Person müsse man dann helfen, zu verstehen, dass das Kind Nähe braucht und möglicherweise auch ganz unlogisch reagieren wird. Man müsse Kinder bei den verschiedensten Reaktionen begleiten.

Geduld und Zeit

Auf die Frage wie die Mitschüler, Eltern und Lehrer mit dem Schock umgehen sollen, antwortet Stippl, man könne auch solche Schreckenstaten verarbeiten. Doch wie lange das dauere, könne man nicht genau vorhersagen. Jeder Mensch sei anders, habe eine andere Geschichte. „Wichtig ist, dass man einfach anerkennt, dass es eine ganz außergewöhnliche, schwierige, fürchterliche, einmalige Situation war und dass da eine Rücksichtnahme notwendig ist, dass man nicht zur Tagesordnung einfach übergehen kann“, sagt Stippl. Man müsse wahrnehmen, was die Kinder und Lehrer jetzt brauchen. Geduld und Zeit seien wichtiger Hilfsfaktoren.