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DI | 09.02 | 22:37
Auswanderer vor Reisebüro. Bild: Burgenländisches Auswanderermuseum
Suche nach Ahnl'
Genealogie im Internet
In den USA gibt es eine Gruppe von Leuten, den "Burgenland Bunch" (Bunch = Haufen), die sich auf die Ahnenforschung im Internet spezialisiert hat. Die Nachfahren der burgenländischen und ungarischen Amerikauswanderer des 19. und 20. Jahrhunderts machen sich im Web auf die Suche nach ihren Wurzeln.
Familienforschung boomt
Familienforschung ist in den USA ungleich populärer als in Österreich. Vielleicht liegt dies daran, dass die dortigen Genealogen mit dem möglichen Finden des Einwanderungsschiffes und Auswanderungsortes ihrer Vorfahren Forschungsziele von besonderer Symbolkraft vor Augen haben.

Wissen übers "old country"
Bei vielen Nachkommen der burgenländisch-westungarischen Auswanderer des 19. und 20. Jahrhunderts kommt zweifellos noch hinzu, dass durch mündliche Tradition ein Grundwissen über das "old country" und die dortige Verwandtschaft vorhanden ist - welches allerdings von Generation zu Generation schwindet und oft gänzlich verloren geht.
Gerald Berghold, Gründer "Burgenland Bunch"
So mancher denkt erst nach seiner Pensionierung an die Tage seiner Kindheit zurück, und so erging es vor einigen Jahren auch dem 1930 als Enkelsohn von vier südburgenländischen Auswanderern in Allentown (Pennsylvania) geborenen Gerald Berghold, dem Gründer und Leiter des "Burgenland Bunch".

Als eine seiner frühesten Erinnerungen bezeichnet er den sonntäglichen Spaziergang, der die Familie in das Vereinslokal des "Liederkranz" führte. Dort zahlten sie ihre wöchentlichen Beiträge an den Krankenversicherungsverein (der Sekretär, Charles Pöltl, war ein Cousin seiner Großmutter), lasen Zeitungen aus der alten Heimat, und unterhielten sich mit Verwandten und Freunden.

Hilfestellung Ziel: Suche nach Verwandten
Ein Ziel des BB ist das Herstellen von Kontakten zwischen Mitgliedern, die Vorfahren aus ein und dem selben Ort haben. Sie können sich nicht nur gegenseitig unterstützen, sondern zumeist auch bald gemeinsame Verwandte finden.

Hilfe für Neulinge
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hilfestellung für genealogische "Anfänger": Oft sind Ortsnamen nur in mündlicher Überlieferung und daher in entsprechend verzerrter Form bekannt. Viele Anfänger benötigen auch Hilfe bei der Entzifferung und Übersetzung von Matriken-Einträgen, die zumeist in lateinischer oder ungarischer Sprache abgefasst sind. Auch deutsche Kurrentschrift ist für Amerikaner (wie ja auch für viele Österreicher) ohne entsprechende Übung schwer lesbar.
Beispiel für eine Ahnensuche:
Die Amerikawanderung am Pinkaboden ist von Moschendorf ausgegangen. Bereits 1893 ist Georg Reinisch als erster nach Amerika und hat sich in Nazareth (Pennsylvanien) niedergelassen. In Folge ist er mehrmals über den Ozean gefahren, schließlich daheim geblieben und in Moschendorf gestorben. Die ¿Oberwarther Sonntags-Zeitung¿ schrieb am 9.8.1903, daß aus Moschendorf wieder 30 Personen ausgewandert sind, darunter 10 Mädchen zwischen 14-18 Jahren und ein Knabe von 14 Jahren. In den Jahren 1922/23 sind 59 Personen weggezogen. Insgesamt sind bis 1939 (Einwohnerzahl 745 Personen)aus Moschendorf 281 Personen nach Amerika ausgewandert. Ungewöhnlich hoch ist die Zahl der Rückwanderer. Von den 281 Auswanderern sind wieder 180 (= 42%) zurückgekommen. Heute ist Moschendorf auch deswegen von Bedeutung, weil dort seit 1993 jährlich das Auslandsburgenländertreffen (Picnic) stattfindet.

(Quelle: The Burgenland Bunch)
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