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 Einfach tierisch |
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Was tun, wenn der Hund senil ist
Wie wir Menschen werden auch Haustiere dank verbesserter medizinischer Versorgung immer älter. Das hat zur Folge, das Hunde und Katzen vermehrt an altersbedingten Krankheiten leiden und eben auch senil werden.
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Alterungsprozess
Senilität bezeichnet beim Menschen das Nachlassen von Fähigkeiten, die sich durch den normalen Alterungsprozess einstellen, wie etwa das Nachlassen der Sinne oder das Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit.
Pathologisch wurden bei Hunden ähnliche Veränderungen des Gehirns festgestellt wie bei Alzheimer Patienten.
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Verschiedene Symptome
Da durch die fehlende Kommunikation mit unseren Vierbeinern Veränderungen der Gehirnleistung nicht messbar sind, muss man sich bei der Diagnose auf bestimmte Verhaltensänderungen verlassen.
Beim Hund stehen vier Symptome im Vordergrund: Orientierungslosigkeit, Veränderungen im Sozialverhalten mit Mensch und Tier, Veränderungen des Schlafrhythmus und Stubenunreinheit.
Für sich alleine können diese Symptome hinweise auf bestimmte organische Erkrankungen darstellen. Treten sie gemeinsam auf und fehlen organische Krankheiten so kann man die Diagnose "kognitive Dysfunktion" oder Senilität feststellen. |
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Desorientierung:
Erstes Anzeichen ist, dass Menschen, die dem Hund gut bekannt sind und regelmäßig zu Besuch kommen nicht oder nur sehr spät erkannt werden. Später kann dies sogar bei Familienmitgliedern der Fall sein.
Anzeichen sind sichtliche Orientierungslosigkeit im Haus oder im Garten, Angst vor gut bekannten Gegenständen oder Möbeln in der gewohnten Umgebung. In die Luft starren und das Nichterkennen der eigenen Haustür nach einem Spaziergang sind weitere, deutliche Symptome.
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Sozialverhalten:
Anzeichen für Senilität sind eine deutliche Abnahme in der Intensität und der Freude beim Begrüßen des Besitzers sowie ein vermindertes Bedürfnis gestreichelt zu werden oder zu spielen.
Es treten auch vermehrt Konfliktsituationen mit anderen Hunden auf. Andere Hunde verstehen die Signale nicht die der senile Hund aussendet bzw. dieser reagiert selbst gereizt.
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Schlafrhythmus:
Sehr kann Bellen und Winseln während der Nacht sein. Es hat dann den Anschein als würde der Hund sein Bedürfnis Harn zu lassen anzeigen, beruhigt sich aber auch nach dem Gassi gehen nicht.
Weiters wachen senile Hunde mitten in der Nacht verwirrt auf und versuchen verzweifelt zum Besitzer zu gelangen. Dabei kratzen sie an Türen, was häufig als plötzliche Trennungsangst interpretiert wird.
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Unreinheit:
Zu Unreinheit kann es bei senilen Hunden aus zwei Gründen kommen: Einerseits führt die Desorientierung dazu, dass der Hunde vor einer anderen als der Eingangstür sitzt und der Besitzer erkennt die Situation nicht, bis es zu spät ist.
Andererseits verlieren die Hunde die Fähigkeit geeignete Stellen zu erkennen. Anfangs passiert ein Häufchen am Gehsteig oder im Blumenbeet statt in der Wiese und irgendwann muss der Teppich daran glauben.
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Diagnose vom Tierarzt
Der Tierarzt wird feststellen ob den beobachteten Symptomen andere Ursachen zugrunde liegen. Beispielsweise müssen Sehschwäche (Orientierungslosigkeit), Herzschwäche (Unruhe), Schmerzen (Begrüßungsritual) oder Magen-Darmerkrankungen (Unreinheit) ausgeschlossen werden bevor die Diagnose "kognitive Dysfunktion" oder Senilität gestellt werden kann.
Dazu können ein ausführliches Gespräch, eine klinische Untersuchung oder eine röntgenologische Untersuchung notwendig sein.
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Medikamente
Nun können verschiedene Medikamente die die Durchblutung des Gehirns fördern oder so genannte Neuroprotektiva (Schutzwirkung für die grauen Zellen) verschrieben werden.
Wichtig bei der Medikation ist, dass man in einem möglichst frühen Stadium anfängt. Außerdem braucht man etwas Geduld, da es mehrere Wochen dauern kann, bis ein Effekt sichtbar wird. |
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Diät und Training
Unterstützend kann eine Diät oder ein Ergänzungsfutter verabreicht werden, das eine hohe Konzentration an Antioxidantien hat. Nachweislich kann dadurch eine Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses erzielt werden.
Training ist wichtig um gelernte Befehle oder Verhaltensweise (Stubenunreinheit) zu bekräftigen. Einfache und klare Befehle, besondere Leckerlis und viel Geduld können hier Wunder wirken.
So wie es klare Befehle dem Hund erleichtern sich zurechtzufinden, kann etwa eine mit einer auffälligen Farbe markierte Ausgangstür den richtigen Weg nach draußen anzeigen.
Mehrere kurze Spaziergänge statt eines langen Spaziergnages verbunden mit kurzen Spieleinheiten stimulieren die Sinne ihres Hundes.
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Auch Katzen werden senil
Auch das Gehirn der Katze lässt in seinen Funktionen deutlich nach. Die Anzahl der grauen Zellen nimmt so weit ab, dass das Gehirn am Ende eines Katzenlebens um etwa 25 Porzent leichter ist ,als in seinen besten Jahren.
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"Lange Leitung"
Die Signalübertragung im Nervensystem funktioniert immer langsamer. Tatsächlich reagiert eine greise Katze häufig so träge, als habe sie eine sehr "lange Leitung". Die Senilität macht sich nicht nur in körperlichen Symptomen bemerkbar. Mit der geistigen Flexibilität ist es auch nicht mehr allzu weit her. |
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Veränderungen werden nicht verkraftet
Veränderungen in ihrer Umgebung, sei es Familienzuwachs, eine neue Wohnzimmereinrichtung oder gar ein Umzug, verkraftet eine alte Katze nur noch sehr schwer. Sie ist darauf bedacht, an den Routinen ihres Alltags festzuhalten, sie womöglich noch gleichförmiger ablaufen zu lassen.
Auch zeitlebens sozial veranlagte Katzen können im Alter zu griesgrämigen Einzelgängern werden, die gegenüber Artgenossen oft ausgesprochen unverträglich reagieren.
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Fragen an die Tierärztin
Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an die ORF Burgenland-Tierärztin Dagmar Görner.
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