Burgenland ORF.at Genießen
TV-ProgrammTV-ThekRadioÖsterreichWetterSportIPTVNews
Eisenstadt -2.8°C Morgen von Süden her Schneefall
DI | 09.02 | 15:42
Katze bei Wassernapf. (Bild: ORF)
Einfach tierisch
Was Katzen "an die Nieren geht"
Nierenprobleme gehören zu den häufigsten Krankheiten unserer Katzen. Aber was geht den Stubentigern nun wirklich "an die Nieren" - und wie kann man Abhilfe schaffen? Hier die Tipps!
Aufgaben der Nieren
Die Aufgaben der Nieren sind unter anderem das Ausscheiden von giftigen Stoffwechselprodukten des Körpers, vor allem Harnstoff und Kratinin, weiters die Regulation des Wasserhaushaltes und das Stabilisieren des Elektrolythaushaltes (Kalium, Kalzium, Phosphor und Natrium).

Außerdem gehören die Bildung von Renin, das den Blutdruck reguliert, die Vitamin D-3 Aktivierung und die Anregung der Bildung roter Blutkörperchen durch Erythropoetinproduktion dazu.

Die Ursachen
Es gibt einige Ursachen für Nierenprobleme bei Katzen, hier die häufigsten:
Natürliches Altern: Die Niere der Katze ständig Höchstleistung erbringen (relativ geringe Wasseraufnahme, hoher Eiweißbedarf). Ein allmähliches Nachlassen der Funktionsfähigkeit der Nieren ist ein Teil des normalen Alterungsprozesses.

Mit der Zeit wird durch Entgiftungsprozesse (Niere filtert natürliche Gifte aus dem Blut) immer mehr Nierengewebe geschädigt, bis Abbauprodukte dann nicht mehr ausgeschieden werden können, sondern sich im Blut ansammeln.

Bei älteren Katzen
Dieser Zustand wird in der als chronische Nierenfunktionsstörung bezeichnet und kommt bei über sieben Jahre alten Katzen sehr häufig vor.

Erbliche Fehlbildungen, bakterielle Infektionen, Viruskrankheiten (Leukose, FIP), Verlegung der Harnleiter, Vergiftungen und Tumore können ein spontanes, akutes Nierenversagen auslösen.
Schwarze Katze. (Bild: ORF)
Falsche Ernährung, vor allem die ständige Gabe struvitsteinlösender Futtermittel, wenn gar nicht nötig, nur Fleisch, u.a.

Erhöhter Blutdruck: Der Zusammenhang zwischen den Nieren und dem Blutdruck ist kompliziert. Die Nieren spielen eine entscheidende Rolle in der Stabilisierung des Blutdrucks.

Gleichzeitig stehen die Nieren in der Gefahr, durch einen zu hohen Blutdruck zerstört zu werden. Weiterhin kann ein hoher Blutdruck die Niereninsuffizienz für eine Zeit verdecken, indem er die Filtereinheiten der Niere zwingt, ihre normale Leistungskapazität zu übersteigen.
Schilddrüsenüberfunktion ist eine Krankheit, die vorwiegend bei Katzen mitteleren und höheren Alters auftritt. Sie erhöht durch die Produktion des Schilddrüsenhormons den Blutfluß in den Nieren und kann die Symptome einer vorhandenen Niereninsuffizienz zuerst verdecken.

Die Behandlung der Überfunktion verringert unter anderem den Blutfluss in den Nieren, die vorher verdeckte Niereninsuffizienz wird offensichtlich, und sogar gesunde Nieren können eine Verschlechterung erfahren.

Daher ist es wichtig, die Nierenfunktion bei Katzen, die sich in solch einer Behandlung befinden, regelmäßig zu überwachen.
Erniedrigtes Kaliumniveau: Katzen mit eingeschränkter Nierenfunktion sind nicht im Stande, Kaliumverlust zu verhindern. Der Körper extrahiert in der Folge das Kalium vom Gewebe, um den Blutspiegel aufrecht zu erhalten, was bedeutet, dass der tätsächliche Kaliummangel verdeckt wird. Vorsorgliche Kaliumgabe im Alter wird diskutiert.

Zahn- Erkrankungen: Durch ständigen Einstrom von Bakterien , die vor allem in der Niere hängen bleiben, kommt es zu einer chronischen Entzündung.

Rassedisposition: Hierzu gehören Maine Coon, Abessinier, Siamesen, Russisch Blau, Burmesen und Balinesen.
Krankheit bei Perserkatzen
Bei manchen Katzenrassen (Perser) gibt es gehäuft eine spezielle Krankheit, die sogenannte PKD. Dabei entstehen in den Nieren der betroffenen Katzen viele Urinzysten (Blasen), die das gesunde Nierengewebe verdrängen.
Katze. (Bild: APA)
Symptome
Krankheitszeichen treten erst auf, wenn etwa 70 Prozent der Nierenzellen nicht mehr arbeiten.

Typisch sind gesteigerter Durst und entsprechend erhöhte Urinabgabe, weil die Fähigkeit, konzentrierten dunklen Urin zu bilden, verloren geht.
Drohende Austrocknung
Damit eine schlecht arbeitende Niere dieselbe Menge Abbauprodukte ausscheiden kann, muss sie eine größere Menge dünneren Urins bilden.

Die Katze trinkt mehr als gewöhnlich und muss häufiger urinieren. Gleichzeitig kommt es zu nachlassender Elastizität der Haut bis hin zu einer "stehenden Hautfalte", also völliger Austrocknung.
Katze bei Wassernapf. (Bild: ORF)
Matt und appetitlos
Mattigkeit und Appetitmangel kommen später hinzu. Durch die vermehrten Schadstoffe im Blut, die nicht mehr über die Niere ausgeschieden werden können, entstehen an den Schleimhäuten des Magen- und Darmtraktes Entzündungen, da die Schadstoffe nun hierüber ausgeschieden werden. Öfteres Erbrechen kommt daraufhin dazu.
Struppiges Fell und Mundgeruch
Gewichtsverlust, stumpfes, oft struppiges Fell, auch Mundgeruch und Geschwüre im Maul (urämische Stomatitis) sind weitere Folgen.
Plötzliche Blindheit
Katzen können plötzlich aufgrund von Bluthochdruck erblinden, da es zu Netzhautablösungen kommt - die Niere ist ja das Regulationsorgan für das Blutdrucksystem.
Probleme im Endstadium
Im Endstadium der Krankheit können zentralnervale Ausfälle Probleme bereiten.

Auslösend für eine akute Niereninsuffizienz können oft geringgradige Anlässe wie Hungern, Erbrechen, Durchfall oder eine Narkose sein.

Alledas führt zu einem Flüssigkeitsverlust oder verstärkter Nierenbelastung, wodurch "das Fass zum Überlaufen" gebracht wird und die Niere kippt.
Die Diagnose
Blut- und Urinuntersuchungen sind oft eindeutig. Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen geben dann oft noch bessere Hinweise hinsichtlich der Ursache.

Die Therapie
Und auch wenn ein Nierenschaden nicht behoben werden kann - die Nieren regenerieren sich nicht - lässt sich doch einiges tun.

Der Grundstein dafür liegt in der Steuerung des Abfallprodukt-Aufkommens. Das heißt, es gilt die Menge der Abfallprodukte so zu verringern, dass die Niere ihre Entgiftungsaufgabe wieder bewältigen kann.
Katze vor Teller mit Reis. (Bild: APA)
Infusionen und Diätfutter
Die hierfür notwendige Therapie ist eine Kombination aus Infusionen zur Stabilisierung des Flüssigkeitshaushaltes, Diätfutter, Medikamenten und Nierendurchflusssteigerung.

Viele Katzen trocknen trotz vermehrter Wasseraufnahme hochgradig aus. Mit Infusionen, also zusätzlicher Flüssigkeit, kann dies ausgeglichen werden.
Behandlung von Blutarmut
Medikamente gegen die durch die Nierenerkrankung verursachten Symptome (Gastritis...) helfen symptomatisch.

Anämie (Blutarmut) ist ein häufiges Problem bei Katzen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium und muss auch entsprechend behandelt werden.
Medikamente für die Katze
Ebenso der Bluthochdruck und die Elektrolytverschiebungen, diese müssen abbehandelt werden.

Es werden Herzmedikamente, Magenschutz, und Nierenschutzmedikamente empfohlen, eventuell solche, die die Flüssigkeitsausscheidung noch fördern.
Nahrung umstellen, keine Leckerlis
Umstellung der Nahrung auf eine Nieren schonende Diät ist eine der wichtigsten Maßnahmen.

Nichtfressende Katzen möglichst keine Tischreste oder Leckerlis geben, da diese eine Diät nur negativ beeinflussen und wieder Giftstoffe produzieren.

Immer frisches Wasser anbieten
Betroffene Katzen fühlen sich häufig schlecht und verlieren das Interesse an Futter. Manchmal hilft es, wenn man das Futter anwärmt, oder aus der Hand füttert, während sie sich an die neue Nahrung gewöhnt.

Mehrmals täglich kleine Portionen geben und ständig frisches Wasser anbieten.