Stammgast aus Slowenien: Igor Irgolic
Es gibt Menschen, die unbeirrt ihren Weg gehen, egal welche politischen oder gesellschaftlichen Verhältnisse gerade herrschen. Igor Irgolic ist ein Beispiel dafür. Der 66-Jährige aus der europäischen Kulturhauptstadt Maribor hat eine interessante persönliche Geschichte zu erzählen. Sie handelt unter anderem von Autorennen, Jeans, Musik und Trödel. Und der führt ihn einmal im Monat ins Burgenland - nach Oberwart.


Seit Jahren Stammgast
Der Oberwarter Flohmarkt ist Brennpunkt pannonischen Trödels, monatliches Ziel von hunderten Altwarenhändlern aus Österreich, Ungarn und Slowenien. Igor Irgolic gehört seit Jahren zu den Stammgästen - und das obwohl er einen zweieinhalbstündigen Anfahrtsweg hat.
„Es gefällt mir hier. Aber wir stehen sehr früh auf, denn wenn du früh dran bist, bekommst du die Sachen, die Verkäufer schon verkaufen und kannst sie weiterverkaufen“, erklärt der 66-Jährige.


Spitzname „Furgula“
Zu Hause in Maribor ist Igor Irgolic ein bekannter Exzentriker. Die Kulturhauptstadt widmete ihm ein eigenes Straßenfest. Hier ist er unter dem Spitznamen „Furgula“ bekannt. Den hat er von seinem Opa geerbt. Wie es allerdings zu diesem Namen kam, weiß Igor Irgolic nicht.
Eigentlich sollte Igor „Furgula“ Irgolic Elektrotechniker werden. Doch den erlernten Beruf hat er nie ausgeübt. Er war alles Mögliche - und daneben immer DJ. „Damals waren DJs so wie Putzfrauen - so in diese Richtung. Sie waren mit Putzfrauen und Portieren auf dem gleichen Niveau vom Platz her. Jetzt sind DJs Superstars.“

Jeans wie die „Kinks“
In den 1970er-Jahren, als alle Welt die Beatles liebte, sorgte Furgula im damals kommunistischen Jugoslawien für westliches Flair. Er verstand es, in weniger als einer halben Stunde eine Hose zu zaubern. Halb Maribor ließ bei ihm schneidern.
„Ich habe eine Hose auf einer Schallplatte der Kinks gesehen. Sie hatten Hosen mit zwei Reißverschlüssen - wie Marine- oder Lederhosen. Der Schlitz war nicht in der Mitte. Auf zwei oder drei Schulen war es sogar verboten, diese Hosen zu tragen. Und deswegen wollten sie dann alle haben“, erzählt der Marburger.

Immer in Opposition
Mit 66 Jahren ist das Enfant Terrible alles andere als geläutert. Igor Irgolic alias Furgula steht wie eh und je in Opposition zu den herrschenden Verhältnissen. "Einige halten mich sicher für verrückt, weil ich sage, was ich will. Und das ist nicht normal. Bei uns im Sozialismus war es sowieso nicht normal.
Was bleibt, sind Erinnerungen an ein Leben jenseits der Normen, mit großer Leidenschaft für Tand und Trödel. Jeden ersten Samstag im Monat in Oberwart kann man sich davon überzeugen.

