Brot: Verwerten statt wegwerfen

Brot wegwerfen - das geht gar nicht. Diesen Respekt vor dem Lebensmittel Brot haben viele von daheim übernommen. Der Brauch, bevor ein Laib Brot angeschnitten wird, ein Kreuz darauf zu machen, ist auch zum Teil noch lebendig.

Selbst Brot backen - das liegt im Trend. Überhaupt der bewusste Umgang mit Lebensmitteln, angesichts der Tatsache, dass es den meisten von uns sehr gut geht. Helene Milalkovits aus Steinbrunn ist eine der Bäuerinnen, die diese Werte wieder hoch schätzen. Mit Brot hat sie sich speziell beschäftigt. Sie bäckt auf Bestellung, gibt Seminare und schwört auf Sauerteig, der dafür sorgt, dass Brot lange hält und nicht schimmelt. Wenn doch einmal Brot übrig bleibt, hat sie viele Ideen zur Verwertung.

Chips und Croutons

Für Brotchips wird das Brot sehr dünn geschnitten, mit Knoblauch, etwas Öl und Salz gewürzt oder mit Käse bestreut und im Backofen bei 180 ° C gebacken, bis es knusprig ist. Für Croutons werden die übrig gebliebenen Scheiben in Würfel geschnitten und in Butter gebraten.

Croutons
Pixabay
Coutons

Wer es besonders würzig mag, kann die Brotwürfel in einer von Helene Milalkovits kreiierten Marinade schwenken. „Dazu verrühre ich Knoblauch, Senf, Salz, Pfeffer, etwas Paprikapulver mit Apfelessig und Honig. Das ergibt einen richtig herzhaften Geschmack.“ Croutons schmecken als Knabberei für zwischendurch, in einem Brotsalat oder als Einlage für eine Gemüsecremesuppe.

Sendungshinweis

„Radio Burgenland am Wochenende“, 3.2.2018

Überbackene Brote

Dunkles Brot ist ideal zum Belegen und Überbacken, wenn es nicht mehr ganz frisch ist. Besonders fein schmeckt überbackenes Nussbrot mit Birnenscheiben, Camembert oder Blauschimmelkäse belegt und mit etwas Preiselbeermarmelade serviert.

Arme Ritter - süß und pikant

Weissbrot, alte Semmeln oder Striezel eignen sich bekanntlich gut für einen Scheiterhaufen oder für einen Klassiker aus der Resteküche: Arme Ritter. Helene Milalkovits macht eine süße und eine pikante Variante, mit Marmelade oder Leberpastete gefüllt. Kompott gibt es zu den süßen, als Beilage zu den pikanten gebackenen Weissbrotscheiben passt Rote Rübensalat oder Chinakohl. Die pikanten Armen Ritter machen sich auch gut als Einlage in einer klaren Rindssuppe.

  • 8 Scheiben Weissbrot
  • 2 Eier
  • 1/2 l Milch
  • Vanillezucker oder Salz, Pfeffer
  • Marmelade oder Leberpastete

Brotsuppe mit Ei

Ein altes Familienrezept von der Großmutter von Helene Milalkovits dient ebenfalls der Resteverwertung. Dafür wird eine dunkle Mehleinbrenn gemacht, Kümmel und Zwiebel mitgeröstet, mit einer Gemüsesuppe aufgegossen und kurz vor dem Servieren Ei in der Suppe versprudelt. Bei Tisch kommen dann dünne Brotstreifen in die Suppe. Das ist eine Art Abwandlung eines Klassikers aus der Wiener Küche.

Suppe
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Suppe

Altwiener Brotsuppe

  • 100 g altes, dunkles Brot (in Würfel geschnitten)
  • 1 Zwiebel
  • 1 1/2 l Rindssuppe
  • 1 Ei
  • Salz, Kümmel, Muskat

Fein gehackten Zwiebel in Öl mit etwas Kümmel anbraten. In Würfel geschnittenes Brot dazugeben. Mit der heißen Suppe aufgießen und kurz aufkochen lassen. Wenn das Brot zerkocht ist, die Suppe passieren und ein Ei darin verquirlen. Mit Salz und einer Prise Muskat würzen. Auf Wunsch mit gebratenen Speckwürfeln bestreuen.

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