„Frauenvolksbegehren 2.0“ startet

Ab Montag können österreichweit Unterstützungserklärungen für das „Frauenvolksbegehren 2.0“ abgegeben werden. Unterschreiben können Frauen und Männer - und zwar nicht mehr nur in jedem Gemeinde- und Bezirksamt sondern auch Online.

21 Jahre nach dem Frauen-Volksbegehren startet nun die Neuauflage der Initiative unter dem Titel „Frauenvolksbegehren 2.0“. Drei wesentliche Themenbereiche kommen dabei auf den Tisch: Recht auf Gleichwertigkeit, Recht auf Vielfalt und das Recht auf Sicherheit. Damit sollen nicht nur Frauen sondern auch Männer angesprochen werden.

Einer der Mit-Initiatoren des Vereins Frauenvolksbegehren 2.0 ist der 26-jährige Christian Berger aus Unterfrauenhaid. „Dem Frauenvolksbegehren ist es wichtig, nicht nur als urbanes, akademisches Projekt wahrgenommen zu werden. Wir haben uns entschlossen, aktiv in die Bundesländer zu gehen, bestehende Frauennetzwerke zu kontaktieren und mit ihnen zu arbeiten, um in den Bundesländern Strukturen auszubauen, die das Frauenvolksbegehren auch regional verankern sollen“, so Berger.

Christian Berger, Obmann Stv. Frauenvolksbegehren, Verena Dunst (SPÖ), Astrid Eisenkopf (SPÖ), BRin  Inge Posch-Gruska
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Christian Berger, Obmann Stv. Frauenvolksbegehren, Landesrätin Verena Dunst (SPÖ), Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) und Bundesrätin Inge Posch-Gruska (SPÖ)

Thema: 30-Stunden-Woche

Für Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) ist ein zentrales Thema dabei die Umsetzung der 30-Stunden-Woche. Denn Österreich habe - im Europavergleich - nach wie vor eine der höchsten Wochenarbeitszeiten. „Deshalb hat das Frauenvolksbegehren als Forderung auch eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn und Personalausgleich. Was in diesem Zusammenhang auch wichtig zu erwähnen ist - wenn man weniger arbeitet, ist man auch produktiver und zufriedener“, sagte Eisenkopf.

1997 unterschrieb der damalige burgenländische Landeshauptmann Karl Stix (SPÖ) das Frauenvolksbegehren nicht. 21 Jahre später rechnet SPÖ-Frauenlandesrätin Verena Dunst fix mit der Unterstützung durch Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). „Ich werde ihn sicher darum bitten, dieses Frauenvolksbegehren zu unterschreiben. Ich bin davon überzeugt, dass er das auch tun wird, aber dieses Gespräch hat es noch nicht gegeben“, sagte Dunst. Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) kündigte bereits vor Längerem an, das Frauenvolksbegehren zu unterschreiben und wird dies Dienstagfrüh in Frauenkirchen tun.

Christian Berger, Obmann Stv. Frauenvolksbegehren, Verena Dunst (SPÖ), Astrid Eisenkopf (SPÖ), BRin  Inge Posch-Gruska
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8.400 Unterschriften notwendig

Auch die burgenländische SPÖ-Bundesrätin Inge Posch-Gruska trägt das Frauenvolksbegehren 2.0 vollinhaltlich mit, kritisierte aber die Bundes-ÖVP. „Es wird kein einziger ÖVP-Minister oder ÖVP-Ministerin - auch nicht der Bundeskanzler oder die Frauenministerin - dieses Volksbegehren unterschreiben“, so Posch-Gruska.

8.400 Unterstützungserklärungen sind österreichweit nötig um das Frauenvolksbegehren 2.0 auf Schiene zu bringen, die Frist läuft bis 12. März. Im Burgenland rechnen die SPÖ-Frauen mit mindestens 2.000 Unterschriften.

Benkö warnt vor Unterschrift

Die dritte Landtagspräsidentin, Ilse Benkö (FPÖ), warnte am Montag davor das Frauenvolksbegehren zu unterstützen. Das, was darin gefordert werde, könne man als selbstbewusste und selbstdenkende Frau nicht unterstützen, so Benkö. Wer unterschreibe, spreche sich unter anderem für frauenfeindliche Zuwanderung aus. Benkö sprach sich außerdem gegen die 30-Stunden-Woche, kostenlose Abtreibungen und das Entfernen von weiblichen Reizen in der Werbung aus. Den Frauen sei nicht gedient, wenn man sie unsichtbar mache, so Benkö.

Resetar (ÖVP): „Weit weg von der Realität“

„Einige Punkte - wie die Lohngerechtigkeit oder Gewaltprävention - sind durchaus unterstützenswert, aber viele sind weit weg von der Realität. Die Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche und eine Geschlechterquote von 50 Prozent spielt es nicht“, so Landtagsabgeordnete Michaela Resetar (ÖVP). Sie wird das Frauenvolksbegehren deswegen nicht unterschreiben.

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