Schmiede mit Tradition

Der Beruf des Schmieds gehört wohl zu einem der ältesten Handwerke. Während früher noch fast in jedem Dorf eine Schmiede stand, ist der klassische Schmied nur mehr selten anzutreffen. In Neudorf (Bezirk Neusiedl am See) gibt es noch so einen Betrieb mit Tradition.

In der Schmiede in Neudorf wird schon seit vier Generationen mit heißem Eisen gearbeitet. Fast täglich wird das Feuer in der Esse mit speziellen Kohlen entfacht. Die Arbeit veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte: Während früher viele Teile für landwirtschaftliche Geräte geschmiedet wurden, gibt es jetzt individuelle Aufträge.

Schmied Andreas Böck
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Meisterschmied Andreas Böck
Schmied
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Arbeit an einem Brunnengitter

Man arbeite viel mit Architekten zusammen und mache neue, interessante Sachen, moderne Designersachen, erzählte der Schmied Andreas Böck. So wurden zum Beispiel Lokale mit modernem Eisendesign ausgestattet und ein riesiger 130 Kilogramm schwerer Luster auf Kundenwunsch angefertigt.

Schmiedeeiserner Luster
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Luster aus Eisen
Smiedeeisenzaun mit Rosen
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Faszinierendes Handwerk

Der 38-jährigen Böck wollte schon immer die Werkstatt des Vaters übernehmen. Schon als Kind verbrachte der Meisterschmied viel Zeit in der Schmiede. Die Verarbeitung von Eisen übt auf ihn eine große Faszination aus und es gehört auch viel Wissen zum Handwerk. Wenn das Eisen gelb sei, sei es am besten zu verarbeiten, das sei so zirka bei 1.200 Grad Celsius. Wenn das Eisen ins rötliche gehe, werde es schon ziemlich hart und spröde, so Böck.

Eisen wird geschmiedet
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Wenn das Eisen gelb glüht, lässt es sich gut verarbeiten
Schmied
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Die Konkurrenz aus den Nachbarländern im Osten macht den Kunstschmiede-Betrieben zu schaffen. Aber in der Gemeinde Neudorf wird der Handwerksbetrieb geschätzt und es kommen auch viele Aufträge aus der Region. So fertige man zum Beispiel das Friedhofstor für die Gemeinde. Böck hofft, dass sich auch einer seiner zwei Söhne einmal für das traditionsreiche Familienhandwerk begeistern kann.

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