Diskussion: Zwölfstundentag umstritten

Die Koalitionsverhandler ÖVP und FPÖ sind sich offenbar bei der Einführung eines Zwölfstundenarbeitstages einig. Während sich die burgenländische Wirtschaftskammer freut, zeigt sich die Arbeiterkammer verärgert.

Bis zu zwölf Stunden soll man an einem Tag arbeiten dürfen. Als Gegenzug dazu an anderen Tagen weniger. Das ist - grob zusammengefasst - die Idee hinter dem Zwölfstundenarbeitstag. Darüber seien sich ÖVP und FPÖ bei den Koalitionsverhandlungen einig - mehr dazu in ÖVP und FPÖ bei Zwölfstundentag einig.

Das sagen die Burgenländer dazu

Wir haben uns bei den Burgenländerinnen und Burgenländern umgehört, was sie von der Idee eines Zwölfstundentags halten.

Zweigeteilte Meinungen bei WK und AK

Für die Wirtschaft seien das gute Nachrichten, so der stellvertretende Wirtschaftskammerdirektor, Harald Schermann: „Ein großer Wunsch der Wirtschaft geht da in Erfüllung, dass es eine Flexibilisierung bei den Arbeitszeitregelungen gibt und eine Entbürokratisierung.“

Anders klingt das bei der burgenländischen Arbeiterkammer. Präsident Gerhard Michalitsch meinte dazu: „Das ist ein wirkliches, echtes Krampuspackerl für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land.“

Zwölf Stunden Arbeitstag AK und WK Baustelle Arbeiten
ORF

Michalitsch: Schlecht für Gesundheit und Familie

Michalitsch kritisierte weiter, dass durch den Zwölfstundentag die Überstundenzuschläge wegfallen könnten. Und auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Gesundheit seien gefährdet: „Wir wissen ganz genau, dass der Zwölfstundentag nicht gesund ist. Die Folgen müssten dann aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen und die Kosten müsste die Allgemeinheit, also die Sozialversicherung tragen.“

Zwölf Stunden Arbeitstag AK und WK Baustelle Arbeiten
ORF

Schermann: Mehr Flexibilität für Arbeitnehmer

Die Wirtschaftskammer bleibt aber dabei: Die Arbeitnehmer würden von mehr Flexibilität profitieren, so Schermann: „Denken Sie an einen burgenländischen Handwerksbetrieb, der eine Baustelle in Linz hat. Bisher war die Regelung so, dass nach zehn Stunden Schluss war, die Arbeiter dort nächtigen mussten und am nächsten Tag weiter arbeiten mussten, obwohl sie vielleicht nur eine Kleinigkeit fertig machen mussten. Jetzt gibt es die Möglichkeit, dass man die Baustelle abschließen kann. Die Leute können nach Hause fahren und können bei ihren Familie nächtigen und das ist doch für alle ein Vorteil.“

Noch ist nichts fixiert: Beim Zwölfstundentag handelt es sich - zumindest jetzt noch - um eine Idee von ÖVP und FPÖ in einem Arbeitspapier.

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