Gynäkologie in Güssing wird geschlossen

Die Gynäkologische Abteilung des Krankenhauses Güssing wird Ende März 2018 geschlossen. Das kündigt die Krankenanstaltengesellschaft KRAGES an. Der letzte Oberarzt der Station wechselt dann nach Oberwart.

Unter lautem Protest aus der Bevölkerung wurde die Geburtenstation im Krankenhaus Güssing 2007 geschlossen, mit der Begründung, dass es zu wenig Geburten gegeben hätte. Jetzt schließt die KRAGES auch die Gynäkologische Abteilung in Güssing. Die Pflegemitarbeiter sind nicht von dieser Schließung betroffen. Der Ärztliche Leiter in Güssing, Wilfried Horvath, bedauert diese Entscheidung der KRAGES.

Operationen an zwei Tagen pro Woche

An zwei Tagen pro Woche führte der einzige Facharzt gynäkologische Operationen in Güssing durch. Pro Jahr seien das 250 bis 300 Operationen, die eine äußerst geringe Komplikationsrate aufweisen, sagte Horvath. Außerdem hätten viele Frauen bewusst das kleinere Spital in Güssing dem großen Krankenhaus Oberwart vorgezogen.

Krankenhaus Güssing
ORF
Im Krankenhaus Güssing wird die Gynäkologische Abteilung geschlossen

KRAGES: Zu wenige Patientinnen

Laut KRAGES gibt es in Güssing aber dennoch zu wenige Patientinnen und Operationen in der Gynäkologischen Abteilung. Es handle sich auf keinen Fall um eine politische Entscheidung, so der interimistische Leiter der KRAGES, Karl Helm: „Ich muss das sehr wohl darauf zurückführen, dass das eine Leistungsentscheidung ist. Auch richten wir unsere Standard-Häuser mit den notwendigen Standort-Leistungen und Spezialleistungen darauf aus. Hier haben wir in Güssing die ausgelagerte Augen-Tagesklinik und natürlich die Orthopädie.“

Die Orthopädie in Güssing soll demnach ausgebaut werden, so Helm. Mit der Schließung der Gynäkologie in Güssing wird auch die umstrittene Verbundlösung beendet, bei der ein Primar für mehrere Krankenhäuser zuständig war.

ÖVP: Die nächste Darabos-Baustelle

Güssings Bezirksparteiobmann Walter Temmel (ÖVP) reagiert auf die Pläne mit Kritik: „Obwohl Darabos eine Standortgarantie für alle fünf Krankenhäuser abgegeben hat, wird das Südburgenland einmal mehr beschnitten."

„Das Krankenhaus als wichtiger Arbeitgeber in unserer Gemeinde wird zum Spielball der Politik“, so Vizebürgermeister Alois Mondschein (ÖVP). Er lädt SPÖ-Bürgermeister Vinzenz Knor zu einem Schulterschluss für das Krankenhaus Güssing ein: „Wir wollen gemeinsam mit der SPÖ Güssing eine Petition an das Land schicken, um die Gynäkologie in Güssing zu retten", so Mondschein.

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