Gegen Armut: Caritas bittet um Spenden

45.000 Burgenländerinnen und Burgenländer sind akut von Armut bedroht. Für viele Betroffene ist gerade die Weihnachtsszeit besonders schmerzhaft. Die Caritas Burgenland bittet daher wieder bei ihrer Inlandshilfsaktion um Spenden.

Man könne schneller von Armut betroffen sein, als man sich das manchmal vorstellen kann, sagt Caritas Sozialberaterin Judith Bammer. Sie nennt als Beispiel den Fall einer Südburgenländerin, die nach einer schmutzigen Scheidung mit drei Kindern ohne Dach über dem Kopf zurückblieb. In letzter Verzweiflung klopfte die Frau bei der Sozialhilfe der Caritas an, erzählt Bammer.

Caritas Sammlung gegen Armut
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Edith Pinter, Judith Bammer

Gemeinsam habe man schließlich einen Ausweg gefunden. Man suchte einerseits nach Unterstützungsmöglichkeiten von staatlicher Seite und andererseits nach Einrichtungen, die auf derartige Fälle spezialisiert waren. Mit Erfolg: Die Frau sei heute Zahnärztin und könne ihren Kindern eine Zukunft bieten, sagt Bammer.

Caritas Sammlung gegen Armut
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Es muss aber nicht gleich ein Studium sein, manchmal helfen eine Lehre oder ein neuer Arbeitsplatz. Jährlich suchen rund 700 Burgenländerinnen und Burgenländer Hilfe bei den Caritas Sozialberatungstellen, aber oft wenden sich die Menschen erst in letzer Minute an diese Stellen, erklärt Caritas Direktorin Edith Pinter.

„Armut spielt sich oft im Geheimen ab“

„Das ist der Beweis dafür, dass Armut versteckt ist, sich im Geheimen abspielt und dafür, dass die Betroffenen sehr viel dafür tun, um diese Armut geheim zu halten - vor den Nachbarn, den Bekannten und selbst vor der eigenen Familie“, so Pinter.

Caritas Sammlung gegen Armut
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Aktion „#Keksehelfen“

Als erste Hilfsmaßnahme wurde nun auch ein Delogierungsfonds eingerichtet und erstmals gibt es die Aktion „#Keksehelfen“. Dabei kann man mit selbstgebackenen Keksen Spenden sammeln. Außerdem wird am 19. November in allen Pfarren im Burgenland die Caritas-Sammlung für Menschen in Not im Burgenland durchgeführt. Im Vorjahr spendeten die Burgenländer mehr als 100.000 Euro.

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