Wieder 5.000 Flüchtlinge eingetroffen

Seit Mitternacht sind am Freitag sind in Nickelsdorf rund 5.000 großteils syrische Flüchtlinge eingetroffen. Die Flüchtlinge kamen mit Zügen an und passierten zu Fuß die Grenze.

Die Flüchtlinge wurden im Umfeld des Grenzübergangs auf vier Stellen aufgeteilt. Unter dem Flugdach bei der ehemaligen Grenzstation befanden sich zeitweise 1.000 bis 1.500 Menschen.

10.000 Decken wurden gebraucht

Das Rote Kreuz versorgte die Menschen mit Nahrung und Decken. Bei den Decken gab es einen Engpass. Am Freitagmorgen forderte das Rote Kreuz 10.000 Decken für die Flüchtlinge an. Unterstützung kam auch aus Kärnten und Niederösterreich. 57 Rot-Kreuz-Helfer machten sich aus Kärnten auf den Weg ins Burgenland. Unter ihnen sind auch zwei ehemalige Flüchtlinge aus Syrien, die nun als freiwillige Helfer für das Rote Kreuz dolmetschen - mehr dazu in kaernten.orf.at.

Bundesheer in Nickelsdorf im Einsatz

In der Nacht auf Freitag rückten auch Soldaten des Bundesheeres aus. In Nickelsdorf bauten sie in den Nachtstunden 40 Militärzelte auf. Darin könnten, so das Bundesheer, bis zu 2.000 Flüchtlinge Schutz vor dem Wetter finden. Auch stellte das Bundesheer Fahrzeuge für den Transport der Flüchtlinge zur Verfügung. Bei kurzfristigem Bedarf könne man auch Unterkünfte in Kasernen für mehr als 1.000 Menschen bieten, hieß es seitens des Bundesheeres.

Bundesheer baut Zelte für Flüchtlinge auf
ORF/Andreas Herbst
Einheiten des Bundesheeres bauen Zelte auf

17.000 Flüchtlinge seit Montag

Insgesamt reisten diese Woche über den Grenzübergang Nickelsdorf bereits rund 17.000 Flüchtlinge ein. Von Montag bis einschließlich Donnerstag waren es laut Innenministerium 12.000, am Freitag kamen weitere 5.000 dazu. Nur ein kleiner Teil dieser Menschen suchte um Asyl in Österreich an. Die meisten reisten weiter nach Deutschland.

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ORF-Burgenland-Reporter Andreas Herbst im Gespräch mit Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil in der ZiB um 13.00 Uhr.

„Es ist natürlich eine riesige Herausforderung. Was wir am letzten Wochenende erlebt haben, diesen Zustrom, der wird bei Weitem jetzt getoppt“, sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil.

Ostautobahn gesperrt

Am Freitagmorgen mussten die Ostautobahn (A4) und die Bundesstraße 10 bei Nickelsdorf kurzzeitig, aufgrund der vielen ankommenden Flüchtlinge, in beiden Richtungen gesperrt werden. Viele von ihnen querten immer wieder die Fahrbahnen.

Auch die ÖBB stellten alle Railjet-Verbindungen auf der Strecke zwischen Wien und Budapest sowie alle grenzüberschreitenden Regionalzüge vorübergehend ein. Es wurden keine Tickets mehr für Fahrziele in Ungarn an den Schaltern verkauft.

Sperre A4 wegen Flüchtlingen
ORF/Dorottya Kelemen
Die Ostautobahn wurde am Freitagmorgen in beiden Richtungen gesperrt

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ORF-Burgenland-Reporterin Dorottya Kelemen schildert die Situation auf der Ostautobahn A4 am Freitagmorgen

Lage vorerst entspannt

Am späten Nachmittag entspannte sich die Lage am Grenzübergang in Nickelsdorf. Es waren laut Polizei nur mehr einige Hundert Menschen dort, aber in der Nacht auf Samstag dürften erneut Tausende Flüchtlinge den Grenzübergang erreichen, hieß es von der Landespolizeidirektion.

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