Zur ORF.at-Startseite Übersicht

Sonnwendfeuer: Trockenheit als Gefahr

Heute ist der Tag der Sonnenwende, also der längste Tag im Jahr: In vielen Gemeinden werden daher Sonnwendfeuer entzündet. Allerdings sollte man aufgrund der Trockenheit Vorsicht walten lassen. Offene Feuer sind gefährlich.

Damit ein Sonnwendfeuer angezündet werden darf, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden: Der Wind darf nicht stärker als mit 20 km/h wehen, der Mindestabstand zu Gebäuden muss 25 Meter betragen und ein Volljähriger muss das Abbrennen beaufsichtigen.

Gartenabfälle verbrennen nicht erlaubt

Wer glaubt, dass Sonnwendfeuer eine Gelegenheit bieten, die Gartenabfälle zu entsorgen, der irrt, sagte der Brandschutzexperte des Landesfeuerwehrkommandos Martin Mittnecker: Das Verbrennen von Baumschnitt sei genauso verboten wie zu Ostern. Es sei ein Brauchtumsfeuer, bei dem nur trockenes, unbehandeltes Holz und nicht Laub und Müll verbrannt werden dürfen.

Die Geschichte der Sonnwendfeuer

Sonnenwendfeste haben ihren Ursprung in den nordischen Religionen. Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem Heiligen des 24. Juni, Johannes dem Täufer, verbunden. So wurden nachträglich zahlreiche Brauchtümer in den christlichen Kontext eingefügt und bestehen bis heute. Die Sonnwendfeuer werden deswegen in vielen Ländern auch Johannisfeuer genannt.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die angeblich altgermanischen Sonnwendfeiern „wiederbelebt“ und als offizieller Feiertag insbesondere durch die SS begangen. Nach dem Krieg verschwand das Fest aufgrund seines Hintergrunds während der Nazidiktatur fast vollständig. Nach und nach wird das Fest seit den 1970-er Jahren wieder entdeckt. Heutzutage sind es oft Vereine, die das Sonnwendfeuer veranstalten.